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Wer sich dazu entscheidet in die Fotografie einzusteigen, steht vor der Wahl, welchem Hersteller er sein Geld anvertrauen möchte. Wer sich dabei hilfesuchend an ein Forum oder jemanden im Bekanntenkreis wendet, wird relativ schnell feststellen wie verfeindet die einzelnen Lager untereinander sind. Nikonianer beäugen Canoniere argwönisch, wenn gleich sie sich div. technische Errungenschaften der Gegenseite wünschen würden, während so ziemlich jeder Canonbesitzer im Laufe seines Fotolebens einmal feststellen muss, dass der Wiederverkaufswert einer Canonkamera durch die geringeren Produktzyklen deutlich unter dem einer Nikon liegt.

Wie oft verzetteln wir uns in grantelige Grabenkriege zwischen den beiden großen Marken und ergreifen Partei ohne es zu merken. Ich habe mit DSLRs beider Hersteller gearbeitet und bin der Meinung, dass beide weiterleben dürfen ;) Im Ernst, in der für die meisten interessanten Semi-Pro Liga nehmen sich die Modelle beider Hersteller nicht viel. Es kommt wohl wie so oft zu einem großen Anteil auf die persönlichen Vorlieben an. Trotzem möchte ich mal gegenüberstellen, welche Vorteile ich bei den jeweiligen Marken sehe.

Canon

  • Große Modellpalette (Highlights wie die 7D um nur ein Beispiel zu nennen)
  • günstige Einstiegskits
  • mit der 5D Mark I Vollformat für unter 1000€
  • das 70-200mm f4 L bietet für knapp 500€ absolute Profiqualität
  • Beste Objektivauswahl unter allen Herstellern (Ich sage nur: L-Serie)
  • größte Community
  • größter Gebrauchtmarkt

Nikon

  • Längere Produktzyklen
  • Interessantere Modellpolitik (Zwischen den Einsteigergeräten und der Semi Pro Kamera D300 liegt perfekt platziert die D90)
  • gute Auswahl günstiger Objektive
  • das 35mm 1.8 G ist für 100€ der ideale Einstieg in die Arbeit mit Festbrennweiten
  • bessere Menüführung
  • zwei Einstellräder ab Dxx Serie
  • hochwertigere Einsteigermodelle

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich doch ein wenig parteiisch bin (gerade wenn ich mir die Liste noch einmal ansehe). Meine erste Digitale war eine dreistellige Canon. Damit lies sich wirklich nett arbeiten. Doch wurde ich das Gefühl nicht los, ein Spielzeug in Händen zu halten. Der billige Plastiklook und die gut in den Untiefen des Kameramenüs versteckten Individualfunktionen machten keinen guten Eindruck.

Irgendwann bekam ich für ein Schulprojekt von einem Fachlehrer dessen analoge Nikon F100 geliehen und stapfte damit durch den winterlichen Sternwald. Mal davon abgesehen, dass ich einen Höllenschiss hatte, die Kamera zu schrotten, war ich von Anfang an von der Haptik begeistert. Sein wir mal ganz ehrlich: Es ist schon etwas abstrus sich anhand der Erlebnisse mit einer analogen SLR für ein digitales Modell gleichen Herstellers zu entscheiden, aber ich habe mich damals einfach sofort “zu Hause” gefühlt. Folgerichtig wurde die Canon verkauft und eine gut erhaltene D80 erworben. Mittlerweile bin ich mit einer D200 unterwegs, deren Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten mich noch heute in Schach hält.

Kurzfristig hatte ich mal eine 40D in Besitz, die mich ebenfalls sehr überzeugt hat. Eins scheint klar, die haptisch schlechten Einsteiger Kameras, die Canon auf den Markt wirft, tragen nicht gerade zur Rufsteigerung bei. Viele meiner Fotokollegen rümpfen nur die Nase wenn der Name Canon fällt und verweisen auf die schlechte Haptik der Dreistelligen mit denen sie einmal in die Fotografie eingestiegen sind.

Wie auch immer die Entscheidung der Marke ausfällt, meine Empfehlung lautet eindeutig, lieber ein etwas älteres Modell und dafür die haptische Qualität der Semipro Modelle statt vollmundiger Marketingfeatures und dem Pseudovorteil das aktuellste Modell zu besitzen.

So gesehen spielt das “Look & Feel” durchaus eine große Rolle ;)

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